Rekha Gurung:
Ich treffe Rekha Gurung. Seit dem 8. Mai 2016 geht ihre kleine Tochter Prasna sechs Tage in der Woche in eine der Krabbelstuben von Chhimeki. Rekha Gurung sitzt auf dem Boden, ihre Tochter sitzt in ihrem Schoß. Meine erste Frage an sie: Was hat sich verändert, seit Prasna täglich drei gute Mahlzeiten erhält? Stolz erzählt sie mir, dass ihre Tochter an Gewicht zugenommen hat. Sie kam mit 7,3 kg in die Krabbelstube, ein Jahr später wiegt sie 9,4 kg. Das ist gut, aber noch nicht ausreichend: Laut WHO sollte das Gewicht bei einem Mädchen von zwei Jahren bei 11,5 kg liegen!
Rekha Gurung berichtet auch, dass Prasna nicht mehr soviel krank ist wie zuvor. Sie hat gelernt, ordentlich zu essen, sie beginnt zu sprechen und geht viel offener auf andere Kinder zu. Rekha Gurung ist 21Jahre alt. Ihre Geschichte steht für viele Mütter, die von Chhimeki betreut werden: Mit 16 Jahren bekam sie ihr erstes Kind. Sie hat drei unterschiedliche Putzstellen pro Tag, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Ihr Mann unterstützt sie nicht. Sie ist in der Millionenstadt Kathmandu wie so viele andere Frauen auf sich alleine gestellt. Sie verdient 9000 NPR im Monat, das sind umgerechnet cirka 79 €. Davon muss sie das Schulgeld für ihren sechjährigen Sohn bezahlen, den Beitrag für die Krabbelstube, Miete, Essen, Wasser und alles, was sonst noch ansteht. Rekha Gurung erzählt, das sie über Chhimeki auch andere Frauen kennengelernt hat. Täglich geht sie beruhigt ihrer Arbeit nach, denn sie weiß, das Prasna gut betreut und versorgt wird.
Copyright Text + Fotos: Melli Fleig